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09.03.10

Engstler: „Unglaublich motiviert“

Rang zwei in der Privatfahrer-Wertung – Teamchef und BMW-Privatier Franz Engstler machte beim Saisonauftakt der Tourenwagen-WM in Curitiba eine gute Figur. racing1.de sprach mit dem Allgäuer über ehrgeizige Ziele, Teamkollegen und sein Durchhaltevermögen.
Sie haben sich 2009 in Macau das Schlüsselbein gebrochen. Haben Sie in Curitiba noch etwas davon gespürt?
„Ja sicher. Schmerzhaft war es vor allem beim Überfahren der Randsteine. Da habe ich jeden Schlag gemerkt. Da muss man durchhalten. Ich hoffe allerdings, dass der Bruch bis zum nächsten Rennen in Marokko im Mai verheilt ist.“

Wie sehr motiviert der zweite Platz in Curitiba für die folgenden Rennen?

„Dieses Ergebnis ist für uns sehr wichtig. Ich konnte mit Sieger Sergio Hernandez mithalten und mich trennten in der schnellsten Rundenzeit nur 0,002 Sekunden von ihm. Das motiviert unglaublich und ist für uns eine tolle Messlatte.“

Warum fahren Sie in der WTCC mit?

„Im Tourenwagensport ist das die beste Plattform und eine riesige Herausforderung für uns. Wir sind zwar auch in der ADAC Procar unterwegs und planen in diesem Jahr sogar, im ADAC GT Masters mit dem BMW Z4 anzutreten, aber aus der WTCC wollen wir nicht aussteigen.“

2009 haben Sie den dritten Gesamtrang in der Privatfahrer-Wertung belegt. Was ist 2010 realistisch?

„Letztes Jahr lagen wir bis zum Unfall in Pau in Führung. Dann war leider der Wurm drin. Aber wie immer ist das Ziel natürlich der Sieg. Wir sind gut in die Saison gestartet und mit einem Quäntchen Glück gelingt uns das auch.“

Sie haben sich in diesem Jahr wieder für Andrei Romanov als zweiten Fahrer entschieden. Warum ist Kristian Poulsen nicht mehr ihr zweiter Mann?

„Das hat geschäftliche Gründe. Er konnte nicht mehr alle Rennen fahren. Das ist schade, war aber nicht anders möglich. In dieser Saison wird er allerdings vereinzelt Rennen in der ETCC bestreiten. Mit Andrei haben wir einen Fahrer in unserem Team, der schon 2008 sein WTCC-Debüt mit uns gefeiert hat.“

Haben Sie als deutsches Team in der WTCC mehr Schwierigkeiten als andere?

„Nein, überhaupt nicht. Alle sind sehr hilfsbereit.“

Wie hat sich die Tourenwagen-WM durch den Rückzug von SEAT und BMW verändert?

„SEAT hat sich zwar offiziell nach außen hin zurückgezogen. Aber wir haben ja noch reichlich Fahrzeuge im Feld. Und auch das Equipment und die Ingenieure sind geblieben. Dass sich BMW teilweise verabschiedet hat, war wirtschaftlich gesehen sinnvoll.“

Ist es für Engstler Motorsport schwer, Sponsoren zu finden?

„Momentan sind wir sehr zufrieden. Wir arbeiten mit allen Werbepartnern schon lange erfolgreich zusammen. Mit unserem Hauptsponsor Liqui Moly nun bereits seit etwa 20 Jahren. Im Motorsport ist das eine ungewöhnlich lange Zeit. Darauf sind wir sehr stolz. Allerdings ist es nicht so wie früher. Wir kleben nicht einfach das Logo auf unser Auto und damit hat sich die Sache. Der Aufwand ist sehr groß. Für unseren Hauptsponsor setzen wir weltweit vier Showcars ein, machen Taxifahrten und bestreiten drei bis vier große Events im Jahr.“

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