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09.02.10

Hans Reiter: "GT-Klassen boomen"

Zuversichtlich: Peter Reiter sieht die FIA-GT-WM im Kommen
Sechs von zwölf Teams in der FIA-GT1-Weltmeisterschaft stammen 2010 aus Deutschland. racing1.de hat bei Hans Reiter nachgefragt, der mit seinem Team Reiter Engineering 2010 zwei Lamborghini Murciélago einsetzt.
2010 starten sechs deutsche Teams in der FIA-GT1-WM. Was macht die Serie für deutsche Teams so interessant?
Hans Reiter: "Die FIA-GT-Klassen waren für uns als GT-Rennwagenbauer schon immer interessant, warum es gerade jetzt so viele deutsche Teams gibt, kann ich nur vermuten: GT-Teams mussten immer ohne die Unterstützung der Werke zurechtkommen. Während ein DTM-Team, WTCC-Team, Rallye- oder Rallye-WM-Team ohne Werksunterstützung kaum überlebensfähig ist, haben sich die GT-Teams selbst um ihren Unterhalt sorgen müssen. Die Tatsache, dass plötzlich in den unterschiedlichsten Serien der Werks-Support wegfällt, führt dazu, dass diese Serien sehr stark straucheln und gleichzeitig die GT-Klassen einen wahren Boom erleben. Die GT1-WM ist nur noch das 'Krönchen' auf einem schon länger anhaltenden Aufwärtstrend. Für die GT1 haben sich bei uns sehr viele, auch namhafte internationale, Teams gemeldet. Es ist aber fast ausnahmslos am mangelnden Budget der potenziellen Kunden gescheitert. Es scheint mir, als seien die deutschen Teams von der Krise noch am wenigsten betroffen."

Was erwarten Sie von der Saison 2010?
"Durch das WM-Prädikat und durch den Umstand, dass andere Weltmeisterschaften wie Rallye-WM und WTCC fast am Boden liegen, erwarte ich ein weltweit stark gesteigertes Interesse an den GT-Klassen insgesamt. Deutschland wird hierbei noch das 'schwierigste Pflaster' sein, da die DTM doch sehr stark ist."

Welche Fahrer kommen zum Einsatz?
"Peter Kox ist bereits seit zehn Jahren bei uns und bei Lamborghini und wird auch hoffentlich noch ein paar Jahre dranhängen. Christopher Haase wird hoffentlich im Boot sein und zwei Plätze müssen wir noch besetzen."

Wie groß sind die Unterschiede zum Reglement 2009 in der FIA-GT?
"Leider nicht so groß, wie sie sein sollten. Die Ursprungs-Idee eines 'sehr billigen' GT3-Plus-Reglements wurde verworfen und stattdessen wurde eine Art GT2-Plus-Reglement verabschiedet, was die Autos nicht wirklich billig macht – eine halbe Million Euro ist leider immer noch fällig für ein Auto. Die Autos werden aber zwei bis drei Sekunden langsamer sein als 2009."

War es schwierig, Sponsoren und Partner für das Projekt zu gewinnen?
"Schwierig ja, aber nicht mehr unmöglich wie in der Vergangenheit. Das WM-Prädikat zieht schon, die Kunden können sich die Dimension des Ganzen jetzt besser vorstellen."

Haben Sie vorwiegend deutsche oder internationale Sponsoren?
"Flatex ist ein deutsches Unternehmen und ansonsten sind die Sponsoren international."

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